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Unendlichkeit aus der Nähe betrachtet

Vortrag von Prof. Burkhard Kümmerer, Fachbereich Mathematik, TU Darmstadt

Nachdenken über das Unendliche, das Undenkbare Denken, gehört zu den größten Abenteuern, auf die sich menschlicher Geist einlassen kann.
Schon in alltäglichen Situationen begegnet uns immer wieder das Unendliche: Es gibt unendlich viele Zahlen und zwischen zwei Spiegeln können wir uns unendlich oft sehen. Parallele Schienen treffen sich irgendwo im Unendlichen und beim Blick in den Nachthimmel meinen wir, einen Hauch der Unendlichkeit zu spüren. Ausgehend von diesen Erfahrungen werden wir die Auseinandersetzung mit dem Unendlichen aus kulturgeschichtlichem und mathematischem Blickwinkel begleiten - ist doch die Mathematik nach Hermann Weyl die Wissenschaft vom Unendlichen.
Auf unserem Gang werden wir einigen Paradoxien des Unendlichen begegnen und wir werden sehen, dass es mit einer Unendlichkeit noch lange nicht getan ist. Die Frage, wie sich parallele Geraden im Unendlichen verhalten, hat nicht nur die Mathematik mehr als zweitausend Jahre lang beschäftigt: Die Maler der Renaissance haben diese Frage auf ihre Weise beantwortet und damit der Mathematik neue Anstöße gegeben, die bis zur modernen Kosmologie führen.

 

Professor Burkhard Kümmerers Biografie:

1972-1979

Studium der Mathematik und Physik in Tübingen

1982

Promotion

1985- 1986

Forschungsaufenthalt am King's-Coilege in London

1987

Habilitation

1988-1994

Hochschuldozent am Mathematischen Institut in Tübingen

1993

Landeslehrpreis des Landes Baden-Württemberg für die Vorlesung "Mathematik für Physiker"

1995-2002

Professor für Mathematik an der Universität Stuttgart

Seit April 2002

Professor für Mathematik mit Schwerpunkt in der Lehrerausbildung an der TU Darmstadt